Der Tag, der mit ausgedehntem Schwimmen begann. Lampedusa
* ist ein karges Land, heiss und kratzig. Was man aber leicht vergessen kann, wenn man wie die tausend Italiener und ich im schattigen Cafe sitzt, oder (ohne mich) am Strand sich nach ein bisschen Plantschen im tuerkiesblauen Wasser ausruht unter Sonnenschirmchen, ein braungebranntes Gegenueber in Griffweite, nach dem sich die Passanten umdrehen.



Aber es ist sofort erfahrbar, wenn du nur einige Schritte zu Fuss gehst ueber steinige Wege, den Disteln und Stachelpolstern ausweichend. Dort draussen im Westen (kaum 10 km vom Zentrum der Insel) ist militaerisches Sperrgebiet, denn da sind die Radaranlagen und die Flugabwehrkanonen - die keineswegs museal seien, wie mir die Soldatin freundlich und ernst versichert. Was aber mit doppeltem Maschendrahtzaun umspannt ist, das ist der Ort, wo die afrikanischen Bootsfluechtlinge gehalten wurden. Auffanglager. Willkommen. Die Aula Europas.
Nachdem ich das Areal von allen (Land-) Seiten umschritten und keine Menschenseele gesehen und gehoert hatte, wurde am Rueckweg ich selbst gesehen von einer Militaerpatroulle, und zwar gerade dabei, wie ich den Bootsfriedhof fotografiert habe. Mit den jungen Soldaten und der Soldatin entspann sich beinahe das charmanteste Gespraech, das ich auf dieser Insel gefuehrt hatte, und in dessen Verlauf wir einander nach und nach gestanden, ich, wer ich war und was ich wollte, sie ueber ihre militaerischen Aufgaben und ueber das Lager. Es war naemlich leer. Wochen oder Monate zuvor waeren alle Ankoemmlinge in andere Haeuser gebracht worden, ein Quartier der katholischen Kirche wurde erwaehnt. Als Preis fuer diese Informationen musste ich allerdings meine Fotos von den Booten loeschen - dabei blickte sie mir genau ueber die Schulter. (Zum Glueck war es mir bis dato nicht gelungen, die Display-Einstellung zurueckzusetzen, welche die gespeicherten Bilder nur stark verkleinert wiedergab. Dadurch erkannten sie die Bilder ihrer militaerischen Anlagen nicht, und ich verabschiedete mich von drei Bootsbildern)





Also: Lampedusa hat sich, nach einem schrecklichen Jahr fuer Afrikaner und Lampedusi (so Eletta, die Cafebesitzerin), vom Anhaltelager getrennt, und brachte die Gestrandeten in kirchliche Haeuser. Vor wenigen Tagen und Wochen seien nun die letzten von ihnen entweder zurueck gebracht worden nach Tunis (140 km), oder nach Sizilien, grossteils nach Porto Empedokles. So kam ich auf die Insel, um nichts zu finden von dem Schrecken - Gott sei Dank!




Aber es ist sofort erfahrbar, wenn du nur einige Schritte zu Fuss gehst ueber steinige Wege, den Disteln und Stachelpolstern ausweichend. Dort draussen im Westen (kaum 10 km vom Zentrum der Insel) ist militaerisches Sperrgebiet, denn da sind die Radaranlagen und die Flugabwehrkanonen - die keineswegs museal seien, wie mir die Soldatin freundlich und ernst versichert. Was aber mit doppeltem Maschendrahtzaun umspannt ist, das ist der Ort, wo die afrikanischen Bootsfluechtlinge gehalten wurden. Auffanglager. Willkommen. Die Aula Europas.
Nachdem ich das Areal von allen (Land-) Seiten umschritten und keine Menschenseele gesehen und gehoert hatte, wurde am Rueckweg ich selbst gesehen von einer Militaerpatroulle, und zwar gerade dabei, wie ich den Bootsfriedhof fotografiert habe. Mit den jungen Soldaten und der Soldatin entspann sich beinahe das charmanteste Gespraech, das ich auf dieser Insel gefuehrt hatte, und in dessen Verlauf wir einander nach und nach gestanden, ich, wer ich war und was ich wollte, sie ueber ihre militaerischen Aufgaben und ueber das Lager. Es war naemlich leer. Wochen oder Monate zuvor waeren alle Ankoemmlinge in andere Haeuser gebracht worden, ein Quartier der katholischen Kirche wurde erwaehnt. Als Preis fuer diese Informationen musste ich allerdings meine Fotos von den Booten loeschen - dabei blickte sie mir genau ueber die Schulter. (Zum Glueck war es mir bis dato nicht gelungen, die Display-Einstellung zurueckzusetzen, welche die gespeicherten Bilder nur stark verkleinert wiedergab. Dadurch erkannten sie die Bilder ihrer militaerischen Anlagen nicht, und ich verabschiedete mich von drei Bootsbildern)





Also: Lampedusa hat sich, nach einem schrecklichen Jahr fuer Afrikaner und Lampedusi (so Eletta, die Cafebesitzerin), vom Anhaltelager getrennt, und brachte die Gestrandeten in kirchliche Haeuser. Vor wenigen Tagen und Wochen seien nun die letzten von ihnen entweder zurueck gebracht worden nach Tunis (140 km), oder nach Sizilien, grossteils nach Porto Empedokles. So kam ich auf die Insel, um nichts zu finden von dem Schrecken - Gott sei Dank!

grenzwärtig - 7. Aug, 16:20














