Die Sizilianer
*sind sehr leicht von den anderen Italienern zu unterscheiden, was sich ohne Weiteres auf ihr insulaeres Vorkommen und auf ihre bewegte Geschichte zurueckfuehren laesst.
Beispielsweise sehen die hier im Fischrestaurant tafelnden Familien allesamt wie unauffaellige Deutsche aus, mit ihren Stoppelfrisuren und Kinnbaertchen, kahlen Koepfen und Spitzbaeuchen. Einzig die Kinder, die um 1/2 12 noch immer froehlich am Tisch glucksen, unterscheiden sie von den weiter noerdlich niedergelassenen Nachfahren der Normannen. Aber auch die Araber, die Jahrhunderte lang die Insel beherrschten, haben ihre Merkmale hinterlassen, nicht immer so deutlich wie bei dem marokkanischen Kellner, dessen Gesichtshaus sich ueber den Backenknochen spannt, wenn er laechelt. Aber die schmalen Hakennasen der Frauen sind erwiesenermassen das Andenken dieser Vorfahren, und ihre schwarzen Locken und dunklen Augen bestaetigen dies fuer jeden Zweifler. Ich habe aber auch schon langhaarige maennliche Exemplare mit Pferdeschwaenzen und Taetowierungen gesehen, die breitbeinig am Flughafen oder in Banken herumstehen und mit grimmigen und zugleich gelangweilten Blicken umherschweifen und ihre roemische Herkunft nicht verbergen koennen. Das heisse Temperament, das gegen Mitternacht aus den Braungebrannten hervorbricht, ist jedoch eindeutig eine spanische Hinterlassenschaft, zusammen mit den barocken Palazzi und Kirchenausstattungen. Dennoch kann das alles nicht verhindern, dass die lange Zeit der byzantinischen Herrschaft auch zum Ausdruck kommt in den schlanken, schmalgesichtigen Frauen mit der broncefarbenen Haut und dem honigblonden Haar, das meist in Knoten am Hinterkopf gedreht ist und freche Spitzen in alle Richtungen emporstreckt.
Beispielsweise sehen die hier im Fischrestaurant tafelnden Familien allesamt wie unauffaellige Deutsche aus, mit ihren Stoppelfrisuren und Kinnbaertchen, kahlen Koepfen und Spitzbaeuchen. Einzig die Kinder, die um 1/2 12 noch immer froehlich am Tisch glucksen, unterscheiden sie von den weiter noerdlich niedergelassenen Nachfahren der Normannen. Aber auch die Araber, die Jahrhunderte lang die Insel beherrschten, haben ihre Merkmale hinterlassen, nicht immer so deutlich wie bei dem marokkanischen Kellner, dessen Gesichtshaus sich ueber den Backenknochen spannt, wenn er laechelt. Aber die schmalen Hakennasen der Frauen sind erwiesenermassen das Andenken dieser Vorfahren, und ihre schwarzen Locken und dunklen Augen bestaetigen dies fuer jeden Zweifler. Ich habe aber auch schon langhaarige maennliche Exemplare mit Pferdeschwaenzen und Taetowierungen gesehen, die breitbeinig am Flughafen oder in Banken herumstehen und mit grimmigen und zugleich gelangweilten Blicken umherschweifen und ihre roemische Herkunft nicht verbergen koennen. Das heisse Temperament, das gegen Mitternacht aus den Braungebrannten hervorbricht, ist jedoch eindeutig eine spanische Hinterlassenschaft, zusammen mit den barocken Palazzi und Kirchenausstattungen. Dennoch kann das alles nicht verhindern, dass die lange Zeit der byzantinischen Herrschaft auch zum Ausdruck kommt in den schlanken, schmalgesichtigen Frauen mit der broncefarbenen Haut und dem honigblonden Haar, das meist in Knoten am Hinterkopf gedreht ist und freche Spitzen in alle Richtungen emporstreckt.
grenzwärtig - 6. Aug, 15:15














